4. Menschen in ihrer ganzen Vielfalt und Verschiedenheit anerkennen lernen

Die Tatsache, begabt zu sein, ist eine allgemeine menschliche Veranlagung, welche das Anerkennen bestimmter Fähigkeiten jedes einzelnen Menschen einschliesst.

„Der gesunde Menschenverstand ist das am besten verteilte Gut auf Erden.“

Der Gebrauch des Begriffes  „begabt“ ist demnach nicht einer kleinen Minderheit der Menschheit vorbehalten. Der Missbrauch dieses Begriffes führt hie und da zu einer Terminologie der Verachtung, welche die  „begabten“ in einen Gegensatz zu den „ Nicht-Begabten“ setzt.

Jedes menschliche Wesen besitzt ein breites Potential an Verwirklichungsmöglichkeiten, welche notwendigerweise genauso breitgefächert sind wie die Handlungen, die im Repertoire  unseres Nervensystems enthalten sind – mit seinem Potential und den Synapsen, die es dem Menschen ermöglichen, dieses Repertoire unbegrenzt durch neue Errungenschaften zu erweitern. Diese Fähigkeiten sind jedem Menschen eigen und charakterisieren ihn, bestimmen ihn durch ihre Ungleichheiten und die Unterschiedlichkeit in ihrer Verteilung. Die Entwicklung dieses Instrumentariums (auch Inventar, Repertoire) und die Verbesserung seiner Präzision  ist ein wesentliches Ziel unserer Bemühungen.

Respekt vor der Psycho-Diversität bedeutet vor allem eines: systematische Verbesserung unseres Wissens. Damit bestätigen wir das spontane Gefühl fast aller Lehrpersonen und arbeiten mit ihnen an der Umsetzung.

Jedes Kind ist ein eigener Fall. Diese Tatsache führt unwiderruflich zu Konflikten „Gleichbehandlung“ unterschiedlicher Individueen, starrer Unterrichtspraxis unbeweglichen Erziehungssystemen (die häufig widersprüchliche Ideologien produzieren). Gerne wir der Egalitarismus vorgeschoben, der „der Demokratie und deren Idealen eigen“ sei. Die Gleichheit im Sinne der Menschenrechte hat jedoch noch nie die Uniformisierung und Gleichmacherei der Menschen bedeutet.

Weshalb also ruft das Erkennen von Hochbegabungen, d.h. aussergewöhnlichen Befähigungen, so viel Widerstand und Opposition hervor? Und dies, obwohl das demokratische Procedere per se dazu aufruft, alle Menschen in ihrer Vielfalt anzuerkennen, da diese den wichtigsten sozialen Reichtum einer Nation darstellt? Hier stellt sich nicht ein individualpsychologisches Problem, sondern ein sozio-psychologisches oder sozio-ethisches. Hier setzt die Notwendigkeit eines vertieften Verständnis für Kompetenzen und deren Wahrnehmung an, was unabdingbar mit gezielter Erforschung dieser Sachverhalte verbunden ist.

Eine Untersuchung dieser Verhaltensweisen legt nahe , dass sich die Widerstände (das Abwehrverhalten) meistens aus einem falschen Verständnis bzw. einer schlechten Regulierung des gesellschaftlichen Wettbewerbs ergeben: Man endet bei gegenseitiger Behinderung und Konflikt, wo es doch eigentlich darum geht, sich – gegenseitig – bei der Entwicklung und Perfektionierung der Fähigkeiten des Anderen zu unterstützen, um das Resultat für das allgemeine Wohlbefinden, den allgemeinen Wohlstand und die Harmonie nutzbar zu machen.

Im Hinblick auf die individuelle und gegenseitige Entfaltung aller Begabungen bemühen sich  die natürlichen und institutionellen Mitglieder von EUROTALENT auch um bessere  Lösungen der Problematik auf parlamentarischer Ebene.

Sie stellen sich bewusst aktuellen Problemen und decken diese auf – besonders weil es um Kinder geht, um ihre Schwierigkeiten der Anerkennung ihrer Eigenheiten und erzieherischen Bedürfnisse, ihrer sozialen Integration und ihrem Recht auf demokratische Teilhabe am sozialen Fortschritt.

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