1. Geschichtlicher Überblick und Strukturen von Eurotalent

Diese europäische Organisation wurde in Europa im Jahre 1988 in Tours (Frankreich) von 11  nationalen europäischen Organisationen aus 7 Ländern gegründet. Seit der Gründung legt Eurotalent den Nachdruck auf den europäischen Charakter beim Vorgehen und bei der Bedeutung des interkulturellen Geistes, welcher Eurotalent die Öffnung im Westen, im Osten und im Süden gewährleistet. Die Organisation, die grundsätzlich in den Ländern des Europarats tätig ist, kennt verschiedene Kategorien von Mitgliedern:

Aktive Mitglieder: Organismen und Organisationen

Persönliche  Mitglieder: natürliche Personen

Korrespondierende Mitglieder: Mitglieder, die aus Nichtmitgliedstaaten des Europarats stammen. Es können dies sowohl Organisationen wie natürliche Personen sein, soweit sie ein besonderes Interesse an der europäischen Zusammenarbeit haben (vgl. Artikel 1 der Statuten).

Die Organisation ist mit dem Ziel gegründet worden, einen Beitrag zu einem historisch vernachlässigten Gebiet zu leisten: jenem der Erziehung und der Ausbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenenen mit überdurchschnittlichem intellektuellen Potenzial. Zu recht nennt man diese hochbegabt. Dies sind sie oft in unterschiedlichen Gebieten oder Domänen, nicht selten in Teilgebieten (statt allgemein), was sich oft – aber nicht immer – als Form von Frühreife (im Sinne eines beachtlichen Vorsprungs) feststellen lässt. Hochbegabung  manifestiert sich oft durch einen aussergewöhnlichen Reichtum an vielfältigen Begabungen, aber auch durch ein aussergewöhnlich hohes Niveau einiger Haupteignungen. In letzterem Fall handelt es sich selbstverständlich nicht bloss um Frühreife, das heißt nicht um das  vorweggenommene Stadium einer Entwicklung, welche im allgemeinen erst in einem höheren Alter erreicht wird – im Sinne der hierarchischen Struktur eines Masstabs nach der Methode von Binet. (Alfred Binet, 1857 – 1911, begründete in Frankreich die Experimentalpsychologie und entwarf die Methodologie und Methodik der Intelligenztests, vgl. Binet-Simon Skala).

Die am Problem interessierten Bevölkerungsgruppen lassen sich nicht auf Kinder, Angehörige oder Lehrpersonen reduzieren, die es lediglich eilig haben, die „Zeit gewinnen wollen.“ Hier handelt es sich nicht um Eile, sondern um das gemeinsame Bemühen, die Zeit der Kindheit und der Jugend bestmöglich zu nutzen, dies im Angesicht teilweiser oder allgemeiner Entwicklungsgeschwindigkeiten bzw. -langsamkeiten im individuellen Entwicklungsprozess einer Persönlichkeit, sei dies durch die Umstände bedingt oder dauerhaft.

Eurotalent umfasst – insbesondere unter seinen korrespondierenden und natürlichen Mitgliedern – Exponenten, welche Forschung, Ausbildung oder Unterricht betreiben, verbindet aber generell Forscher, Praktiker und Familienmitglieder – ohne die Mitwirkung und den Austausch mit den Jugendlichen selber zu vernachlässigen.

Über 40 solcher erzieherischen und ausbildenden aus 18 Ländern, die dem Europarat angehören, haben sich bis zum heutigen Tag Eurotalent angeschlossen.

Die Mitglied-Organisationen, welche Forschung, Ausbildung oder Unterricht betreiben, delegieren ihre Vertreter in den Verwaltungsrat von Eurotalent. Ein ausführendes Büro (Exekutivbüro), vom Verwaltungsrat dafür gewählt, setzt die beschlossene Politik um.

Ein wissenschaftlicher Ausschuss, zusammengesetzt aus Fachspezialisten, die wegen ihrer besonderen Fachkompetenzen ausgewählt wurden, nutzt alle verfügbaren Hilfsmittel und Kenntnisse, um seine Aufgabe zu erfüllen. Er ist de jure Mitglied im ausführenden Büro.

Weiter tragen Arbeitsausschüsse zur Verwirklichung der festgelegten Ziele bei.

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